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Susanne Jakszus - Photographie

ReinBerichtRaus

ReinBerichtRaus
Susanne Jakszus und Jennifer Mattes
10.4.-25.4.2010
Bildetage (Barichgasse 6, 1030 Wien)

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Jennifer Mattes und Susanne Jakszus
Wenn MitteleuropäerInnen an Reisen denken, assoziieren sie mit diesem Wort Urlaub, Geschäfte, Bildung und andere, durchwegs positiv besetzte Dinge: „Da entsteht dann oft […] die Vorstellung: Ich kaufe [ …] Glücksversprechungen, den Spaß, die Erholung.“[1] Die fiktiven Protagonistinnen der in Rein-Bericht-Raus zu sehenden Videos und Installationen reisen, weil es in Österreich Personen gibt, deren Macht- und Erotikphantasien sie zum Aufsuchen von SexarbeiterInnen treiben. Geld, Drogen, physische wie psychische Gewalt sind im Spiel, gebrochene Versprechen und unerfüllte Träume, Wünsche und Hoffnungen, Zwänge. Lebensumstände, die weder nachempfindbar noch nachstellbar sind, die lediglich thematisiert werden können.
So wie im Zusammenhang mit Migrationsbewegungen oft Begriffe wie „Strandgut“ fallen[2], verwenden Jennifer und Susanne „Found Footage“: Texte, Videos oder Objekte, die sie im Zuge dieser Schau zu einer installativen Gesamtheit zusammenfügen. Entdeckt werden sollen Systematiken, Mechanismen - eine Interpretation der Bedingungen, unter denen Migrantinnen, die Sexarbeiterinnen sind leben, wobei im übertragenen wie faktischen Sinn eine neue Perspektive eingenommen wird. Im günstigsten Fall eröffnet sich dem Betrachter dadurch der „subjektiv gemeinte Sinn“[3] von Handlungen, kann das „Verstehen“ im Sinne einer Soziologie Max Webers[4] gefördert werden, ohne die Grenzen der Empathie sprengen zu wollen.

(Klaus Bock)